Systemische Organisationsentwicklung


Eigenlogik System „Familie“

Ein neuer Versuch, ein weiteres System zu verstehen:
das System Familie

Eigenlogik_Familiensystem_2016-08-03

[für mich nützlich in der Beratung von NPOs]

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Eigenlogik des Systems ‚Schule‘

Zu verstehen, wie sich ein ausdifferenziertes System sich selbst über die Richtigkeit seines Handelns rückversichert – und wie es interne Entwicklung anstoßen kann -, erleichtert das Verständnis des Systems und der dort agierenden RollenträgerInnen.

Anbei ein Versuch zum System ‚Schule‘ (neuer Stand)

eigenlogik-system-schule_2016-11-18

 

 


Das Seerosen-Modell zur Organisationskultur

Für die Analyse einer Organisationskultur eignet sich das Seerosen-Modell von Edgar H. Schein.

Schein differenziert in 3 Ebenen.

  1. Auf der obersten Ebene – dem auf der See-Oberfläche schwimmenden Teil der Seerose – befinden sich die Artefakte – nach außen hin sichtbares Verhalten (Presseveröffentlichungen), Organisationsstrukturen (Organigramm) und Prozesse.
  2. Auf der verbindenden Ebene – dem Stiel der Pflanze – finden sich propagierte Werte und Normen einer Organisation (Leitbild, Zielsystem, Führungsleitlinien).
  3. Auf der dritten und untersten Ebene – dem Wurzelwerk der Seerose – finden sich verborgene Grundannahmen und Überzeugungen, welche (zumindest) implizit in einer Organisation wirken.

Mir erschließt sich diese letzte und defintiv wichtigste Ebene darüber, dass hier auch von den „Deals“ gesprochen werden kann. Dies beschreibt die Geschäftsbedingungen, unter und zu denen Mitarbeitende zum Zeitpunkt ihres jeweiligen und individuellen Eintritts in eine Organisation (!!!) zugestimmt haben, sich an diesem Ort zu engagieren.

Die Herausforderungen liegen auf der Hand. Die Umwelt einer Organisation hat sich (in der Regel) weiter entwickelt, für MAs gelten immer noch und auch weiterhin die Deals, zu denen sie ins Unternehmen eingetreten sind.

Das ist das Wertvolle und Anschauliche an dem Bild, welches uns Ed Schein gegeben hat.

Was tun?

  • Neue Deals aushandeln – mit jeder und jedem Einzelnen – und zwar als echte Zielvereinbarung auf Augenhöhe – niemals als Zielvorgabe!
  • Gemeinsam überlegen, wie der „Pflanzkübel“ – um das Bild zu erweitern -, in dem die Wurzeln verankert sind, behutsam und achtsam versetzt werden kann; etwa in einen ganz anderen „Teich“.
    • Bsp.: In Einrichtungen etwa der Sozialen Hilfe hat die Umwelt – also der Kostenträger – seit Jahren das Prinzip der Kostenerstattung durch (inzwischen) das Prinzip freier Wettbewerb, Markt und Kostensenkung verändert. – Was sind Mitarbeitende bereit und in der Lage, an Beitrag zu leisten?

und ganz konkret:

    • Welche Wurzeln bin ich bereit abzuschneiden? (‚Familie‘, professionelles Selbstverständnis, professionelle Gemeinschaft/ Community, KollegInnen/ Team, absenkbare Qualitätsansprüche, Vereinbarungen zur Arbeitszeit u.v.a.m.)
    • Welche sollen neu wachsen? (vgl. oben)

Ein Bild finden Sie hier:

Seerose_Ed-Schein [Kompatibilitätsmodus]


zur Problematik des Stiftungswesens – der Aufhänger: „Die Bertelsmannrepublik“

Das Buch erscheint heute und ist damit so neu, dass es noch nicht einmal bei amazon eine Besprechung gibt.
Thomas Schuler: „Die Bertelsmannrepublik Deutschland – Eine Stiftung macht Politik.“

Das ganze soll sich ja auch verkaufen und deswegen wird (skandalisierend?) darauf hingewiesen, in welchen engen Verflechtungen (wohl) die Bertelsmann-Stiftung Einfluss auf Politik nimmt – in Berlin, Brüssel, wo „es“ ’notwendig‘ scheint.

Ich habe es noch nicht gelesen, glaube aber gerne, dass die Problematik, die sich anhand dieses Beispiels für das Stiftungswesen in D aufzeigt, stimmt:

„Doch dient die Arbeit der Stiftung wirklich dem Allgemeinwohl?
Oder wird das Vertrauen durch verdeckten Lobbyismus und Vetternwirtschaft leichtfertig verspielt?“ (Klappentext bei amazon)

Ein Interview mit dem Autor gab es heute morgen in SWR2 – zum Nachhören.

Und unabhängig davon, ob hier vielleicht zu Recht oder Unrecht verschwörungstheoretisch argumentiert wird – und das Wesen der Verschwörungstheorie ist ja, dass sie nicht widerlegt werden kann – bestätigt sich für mich die Art und Weise, wie Stiftungen funktionieren. Stiftungen als“ Themenadvokaten“ (Ludwig-Glück) funktionieren wohl.


Eigenlogik einer Kirchengemeinde – ein Versuch

Angesichts eines anstehenden Beratungsauftrages, habe ich mir Gedanken zur Eigenlogik einer Kirchengemeinde gemacht.

Das Ganze können Sie unter Eigenlogik-Kirchengemeinde_2010-08 [Kompatibilitätsmodus] nachlesen.

Über Anregungen, Hinweise, Ideen, Kritik etc. würde ich mich sehr freuen.
(Vielleicht am einfachsten mittels der/ über die Kommentar-Funktion)


Eigenlogik des Stiftungswesens

Zufälle gibt es, die gibt es gar nicht. Beschäftigt mich doch (aus verschiedenen beruflichen Kontexten heraus) in den letzten Monaten immer mal wieder die Frage, …

  • wie eigentlich Stiftungen funktionieren und
  • warum sie an bestimmten Fragestellungen häufig scheitern (nachhaltige Lösungen zu schaffen).

Da flattert doch mit der (Schnecken-) Post die neue „Revue für postheroisches Management“ aus dem Carl-Auer Verlag ins Haus; Thema: ‚Zufälle‘ . Dort enthalten: ein höchst lesenswerter Artikel von Eva Ludwig-Glück zu Stiftungen (s.116-123).  

Mein Versuch, die verschiedensten Erkenntnisse zu fassen, mündet dann in nachfolgende Form: Eigenlogik-Stiftungswesen


Praxisbeispiel: Wie systemisches Denken nützen kann

In Change Management-Projekten begegnet mir immer wieder, dass Tabus, Denkverbote ausgesprochen werden. In meiner Wahrnehmung werden hier verschiedene Diskussionsebenen vermischt.

Zunächst gibt es die fachinhaltliche Diskussion. Hierfür bin ich in der Regel nicht der Experte. Diese können das in der Regel zu einem sinnvollen Ende diskutieren.

Die zweite Diskussion bewegt sich auf der ‚politischen‘ Ebene. Und in Organisationen der Freien Wohlfahrtspflege (Alten-, Kranken-, Behindertenhilfe) – mit einer Außen- und einer Binnenperspektive für die Organisation.
Für die Außenperspektive möchte ich anmerken: es wird eine Frage nach dem gesamtgesellschaftlichen, politischen und im Besonderen auch sozialpolitischen Agieren und Taktieren gestellt.
Hier vertrete ich eine pragmatische Position. – Wie kennzeichnet sich meine pragmatische Position? Zunächst einmal mache ich mir klar, wie zum einen „öffentliche Verwaltung“, andererseits „Politik“ ‚denkt’/ ‚tickt‘, welcher inneren Eigenlogik deren Akteure folgen.

Die Eigenlogik einer öffentlichen Verwaltung beschreibe ich gerne wie folgt: Deren höchster Anspruch ist Effizienz (die Dinge auf die richtige Art und Weise tun). Meldet also jemand Bedarf an, wird zunächst geprüft: bin ich zuständig? Trifft dies zu, wird der Bedarf geprüft – und zwar auf Grundlage vorliegender Gesetze und Regelungen (bsp.: Wohngeld). Danach wird der Bescheid erstellt, die Leistung bewilligt. Zu guter letzt erfolgt die schriftliche Dokumentation und Ablage des gesamten Vorganges. – Was ist damit gewährleistet? Einerseits die Rechtssicherheit, andererseits ein ‚gerechter‘ Interessenausgleich, wie er von ‚der Politik‘ (über die verabschiedeten Gesetze etc.) vorgegeben ist.

Wie ‚funktioniert Politik‘? Nun zunächst einmal muss ein Thema als öffentlich relevant eingestuft werden. – Von wem? Von politischen Akteuren (Politikern), denen es immer um Macht zur Durchsetzung von Interessen gehen muss. Oder ganz nüchtern: es geht um Effektivität, also die ‚richtigen Dinge zu tun‘. Dafür brauchen sie Mehrheiten – zumindest in unserem demokratisch legitimierten System. Nur wenn ich klar abgrenzbare, mobilisierungsfähige Positionen und Botschaften abstecken kann, lohnt sich der Einsatz für ein Thema. Der Komplexität der Welt kann man dabei unmöglich gerecht werden. Dann gilt es, Mehrheiten zu mobilisieren, Entscheidungen herbei zu führen, über die ‚Erfolge‘ / erfolgreichen Wirkungen der umgesetzten Entscheidungen Öffentlichkeit herzustellen und schlussendlich sogar persönliches Image/ ‚Profit‘ herzustellen – denn ansonsten ist entweder das Thema tot oder gar die eigene Wiederwahl ungesichert. Und ohne Wiederwahl (als demokratisch legitimierte Form) kann auch (innerhalb von politischen Entscheidungsgremien) kein Thema vorangetrieben werden.

Mein Zwischenfazit: Wenn es notwendig sein sollte, ein Thema so zu verpacken, dass die politischen Akteure dieses Thema (z.B. Recht auf Teilhabe, Ausbildung, Wohngeld u.v.a.m.) als ‚gutes‘ Thema, ‚ihr‘ Thema entdecken und vertreten können, dann ist das zu tun.

‚Heiligt der Zweck die Mittel‘? – Diese Formulierung wäre mir zu krass, aber in bestimmten Fällen gibt es eben keine ‚einfachen‘ Antworten.

 

Für die Binnenperspektive möchte ich Fragen stellen:

  • Wie kennzeichnen Sie Ihre Arbeit und grenzen diese damit vom Arbeiten anderer ab?
  • Was stiftet Identität und Selbstverständnis?
  • Wo ziehen Sie Grenzen?
  • Wie also beschreiben Sie Ihre Kultur? (Im Sinne von: „So machen wir das hier.“)

 

Die Botschaft lautet immer:

  • Bitte erlegen Sie sich und anderen keine (defintorischen, normativ gesetzten, damit tabuisierenden) Denk- und Diskussionsverbote auf.

Die Bitte und Frage:

  • Was muss passieren, was wollen und können Sie wie auch andere (KollegInnen und Leitungsverantwortliche) tun, damit ein ‚offener‘ Diskurs stattfinden kann?

Organisationen ‚verstehen‘

Anlässlich der Kooperation in momentum bw beschäftigte ich mich in letzter Zeit viel mit der inneren Funktionsweise und Eigenlogik der unterschiedlichen Organisationstypen.

Eigenlogiken-von-Organisationstypen_2009-08-06

Die extrahierten Archetypen und Idealtypen wird es so in der Realität nie geben. Gleichzeitig können diese Überlegungen helfen, eher oder schneller eine Passung zu und zwischen Organisationen herzustellen.

Und der Zusammenhang mit bzw. Nutzen für die Arbeit an Corporate Social Responsibilty(CSR)-Projekten wird in der Präsentation skizziert.

Bitte beachten Sie das bei mir – Jochen Häussermann-Schuler – liegende ©, wenn Sie zitieren oder verweisen möchten. Danke.