Systemische Organisationsentwicklung


Fragen nach Bildern und Metaphern

Hier geht es um die kreative analoge Umsetzung von geformter Sprache in ein Bild.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte und eröffnet dadurch neue kreative Zugangswege.

  • Welches Bild drängt sich Ihnen für die vorliegende Situation auf?
  • Mit welcher Geschichte lässt sich der Zustand am besten beschreiben oder umschreiben?
  • Kennen Sie Märchen? – Welches fällt Ihnen hierzu sofort ein?

[Quelle: vgl. Systemische Fragen]


Unterschiedsfragen

Unterschiedsfragen fragen (logisch!) Unterschiede ab und bezwecken damit Informationsgewinn und Ausbildung von Differenzierungen, z.B.:

  • Was ist der Unterschied im Vorgehen von Abteilung A und B?
  • Was ist der Unterschied zwischen Problemzustand und Zielzustand?

[Quellenangaben: vgl. Systemische Fragen]


Hypothetische Fragen

Hypothetische Fragen forschen nach kreativen Hypothesen und beginnen standardmäßig mit:

  • Angenommen, Sie könnten völlig frei entscheiden und handeln – was würde Sie tun?
  • Angenommen, Sie fangen es morgen ganz anders an …
  • Angenommen, Sie wenden das an, was Sie in einem anderen Fall gemacht haben, auf diesen Fall an …
  • Angenommen, Sie tauschen die jeweiligen Vorgehensweisen einmal, was ist dann anders?
  • Angenommen, Sie stellen das Problemverhalten bewusst her, wie machen Sie das?
  • Angenommen, Sie könnten völlig frei entscheiden und handeln – was würde Sie tun?

Desweiteren lassen sich differenzieren:

Hypothetische Fragen auf Basis rekursiver Beschreibungen:

  • Angenommen, es wäre existenziell, dass Sie mit Ihren Kollegen optimal zusammenarbeiten – was wäre Ihr persönlicher Beitrag?

Futur II-Fragen:

  • Angenommen, Sie sind zwei Jahre weiter und die Ziele sind schon erreicht – woran werden Sie sich dann erinnern?

Verschlimmerungsfragen:

  • Angenommen, wir wollten die Situation noch unerträglicher machen – was müssten wir konkret tun?

[Quellenangaben unter: Systemische Fragen]


Fragen nach Erklärungsversuchen für eine Problemsituation

Bei dieser Fragetechnik sind Erklärungen zu finden, um sie in ihrer Relativität durch andere zu erweitern.

Beispiele:

  • Wie erklären Sie sich das Phänomen?
  • Wie erklärt es sich der Kollege oder die Kollegin?
  • Wie erklärt es sich die Konkurrenz?

[Quellenangaben wie immer unter Systemische Fragen]


Haltungen bei systemischen Fragen (Vertiefung)

Ich erkläre mir das Faszinosum systemischen Denkens und seiner Anwendung z.B. eben bei systemischen Fragen gerne mit Leitsätzen.

Die Lösung ist das Problem.
(Paul Watzlawick?)

oder

Wofür war das Problem eine Lösung?
(mz witten – x-organisationen/ Steve de Shazer? – ich weiß es einfach nicht mehr)

Dies weist für mich darauf hin, dass in der Vergangenheit gefundene Lösungen (bis gerade eben) nützlich waren und nur jetzt dysfunktional geworden sind. Mit diesem mentalen Modell erledigt sich dann aber:

  • Wer ist schuld?
  • Was ist Ursache, was Wirkung?
  • Was ist richtig, was falsch?

Es erledigt sich ein Denken in linearen Kausalzusammenhängen.
Im Bild: → → →

Systemisch-konstruktivistische Herangehensweise zeichnet sich durch zirkuläres Denken aus:

  • Was ist nützlich?
  • Was ist hilfreich?
  • Welche Interaktionen bzw. Interaktionsmuster sind problematisch?

Im Bild: (wie ein Kreis; oder sequentiell die ‚Bewegungen‘) → ↓ ← ↑

Und das hier ist keine graue Theorie. Mit Stiften und Flipchart ‚bewaffnet‘, arbeite ich genau mit solchen Visualisierungen. Diese Visualisierungen wiederum helfen, die hinter unlösbar scheinenden Problemen steckenden mentale Modelle aufzudecken und Einflussmöglichkeiten zu (er-) finden. – Nichts anderes als das, was systemische Fragen auf verbaler Ebene anregen.


Perspektivische Fragen

Bei perspektivischen Fragen werden

  1. Einschätzungen zu verschiedenen Zeitpunkten,
  2. von unterschiedlichen Personen,
  3. je nach unterschiedlichen Situationen und Kontexten

abgefragt, um diese zu erweitern und daraus neue Ideen zu beziehen.

Beispiele:

  • Wie wurde mit der Situation umgegangen, als das Problem noch nicht bestand?
  • Wie wird das Problem in zwei Jahren gesehen?
  • Wie sieht es aus der Perspektive der Lieferanten, Kunden, der Mitarbeiter verschiedener Abteilungen aus?
  • Wie sieht das Ganze von außen betrachtet aus?

Beispielfragen nach Ausnahmen:

  • Wann hatten Sie das letzte Mal Spaß bei der Arbeit? Wann ging es Ihnen so richtig gut?
  • In welchem Kontext tritt das Phänomen nicht bzw. anders auf?

[Vgl. zum weiteren Kontext bitte auch: Systemische Fragen]


Systemische Fragen (Einführender Teil)

Fragen gelten bei Vielen als bewährtes Führungsinstrument – getreu dem Motto: Wer fragt, der führt.
Meine Anmerkung dazu lautet: Aber leider auch manchmal in die Irre!

Welchen Unterschied können nun „systemische Fragen“ ausmachen?

  • Systemisch werden Fragen bezeichnet, wenn sie anstreben, ein Geschehen in vernetzten Zusammenhängen zu erfassen.
  • D.h. sie vervollständigen die Relativität einer Sichtweise durch ihre Komplexität an Aspekten.
  • Sie lösen manifest benannte Zustände oder zu Polaritäten verfestigte Beschreibungen in Prozesse mit Wechselwirkungsdynamik auf.
  • Sie relativieren Phänomene als kontextbestimmt.
  • Sie lenken den Blick auf entsprechende Ausnahmen von zuvor gemachten Generalisierungen.
  •  Als konstruktivistisch-systemisch sind Fragen zu bezeichnen, wenn sie die Beobachtungsperspektive des Erfassenden mit reflektieren.
  • Der konstruktivistisch-systemische Beratungsdialog arbeitet nicht mit Interpretationen und Diagnosen von Experten oder gar Typenbildungen.
  • Im Gegenteil geht es darum, durch eine systemische Metasicht Kategorienbefangenheit und Kontextbedingtheit zu überwinden.
  • Systemische Frage-Interventionen bezwecken, Sichtweisen anzuregen, bisherige automatische Muster zu unterbrechen und neues Agieren hervorzurufen.
  • Veränderungen führen häufig zu Ängsten und Abwehrreaktionen.
  • Fragetechniken können helfen, Betroffene zu neuen Sichtweisen zu führen und Handlungspotenziale freizulegen.
Mögliche systemische Fragen sind:
(Konkret werde ich zu jedem unten stehenden Spiegelstrich in den nächsten Monaten Beispiele und Erläuterungen in den blog setzen.)
  • Perspektivische Fragen
  • Fragen nach Erklärungsversuchen für eine Problemsituation
  • Hypothetische Fragen
  • Unterschiedsfragen
  • Fragen nach Bildern / Metaphern
  • Fragen nach relevanten Personen und Fakten
  • Fragen zur Anregung der eigenen Einsatzbereitschaft und Wirkkraft
  • Zukunftsfragen
  • Triadische Fragen
  • Evaluationsfragen
  • Beobachtungsfragen
  • Zirkuläre Fragen (Part 1 und Part 2)
  • Beratungssystemfragen
  • Reflecting-Team-Fragen

Fragetechnik ohne Haltung will ich nicht so stehen lassen. Vertiefendes finden Sie hier.

[Coda – Quellenangaben:
Frei nach KT zu Guttenberg möchte ich mich hier nicht (!) mit falschen Federn schmücken. (Fast) Alles, was hier und in den weiteren Beiträgen zu systemischen Fragen gebloggt wird, ist nicht von mir, sondern abgeschrieben! Gleichzeitig schreibe ich keine Dissertation, so dass mir die genaue Quellenangabe nicht wichtig ist. Ich hatte all dies bereits in 2005 für mich aufbereitet.
Die Quellen lauten: