Systemische Organisationsentwicklung


Eigenlogik des Stiftungswesens

Zufälle gibt es, die gibt es gar nicht. Beschäftigt mich doch (aus verschiedenen beruflichen Kontexten heraus) in den letzten Monaten immer mal wieder die Frage, …

  • wie eigentlich Stiftungen funktionieren und
  • warum sie an bestimmten Fragestellungen häufig scheitern (nachhaltige Lösungen zu schaffen).

Da flattert doch mit der (Schnecken-) Post die neue „Revue für postheroisches Management“ aus dem Carl-Auer Verlag ins Haus; Thema: ‚Zufälle‘ . Dort enthalten: ein höchst lesenswerter Artikel von Eva Ludwig-Glück zu Stiftungen (s.116-123).  

Mein Versuch, die verschiedensten Erkenntnisse zu fassen, mündet dann in nachfolgende Form: Eigenlogik-Stiftungswesen

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Nicht-nachhaltige Förderpraxis in Deutschland

Beim CSR-Picknick (momentan noch über eine ning-Seite organisiert; wird aber in wenigen Tagen geändert werden – Such-Stichwort: momentum-bw) gestern stellten wir fest, dass die Förderpraxis in D (durch Bund, Stiftungen, EU etc.) nicht nachhaltig ist.

Immer geht es darum (oft genug, indem eigentlich (!) staatliche Aufgaben übernommen werden) funktionierende Modellprojekte aufzusetzen, zu entwerfen, zu entwickeln, zu kreieren, also das Neue, die Innovation zu schaffen.
Gleichzeitig klagen die Förderer selbst, dass sie nicht aus der Spirale rauskommen, nach den üblichen 3- oder 5-Jahreszeiträumen wieder von denselben Projektpartnern um neue Mittel angefragt zu werden.
Was fehlt, ist die begleitende Förderung zur Entwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle.

Zynisch ausgedrückt: Wahrscheinlich sind wir Weltmeister in Innovationen und funktionierenden Modellprojekten zur Lösung aller möglichen sozialen, ökologischen etc. Probleme. Und in den Dauerbetrieb überführt bekommen wir fast nichts.
(Aber Anträge passgenau schreiben, um ausschreibungsadäquate Projekte zu realisieren anstatt für realitätsadäquate Probleme passgenaue, nachhaltige, sich-selbst-finanzierende Lösungen zu entwickeln – dafür gibt es Anleitungen. – Und das finde ich nicht (!)  schlecht oder verwerflich, sondern halte es für den dysfunktionalen Ausdruck bestimmter Strukturen/ Systeme.)

Was haben wir uns vorgenommen? – Zunächst einmal versuchen wir exakt die Problemlage zu beschreiben, mögliche strukturelle Lösungen zu entwerfen (denn: Struktur schafft Kultur – es sollte nur die richtige sein – und das ist dann wieder leider gar nicht so einfach) und überlegen uns dann auch noch, wie wir das dauerhaft finanziert bekommen.
Als allererste Idee formulierten wir, dass eine „Social Entrepreneurship“-Akademie – ein zertifizierter Ausbildungsgang in jedem Fall eine gute Lösung darstellen wird.

Die Fragen an alle:

  1. Wer kennt sich mit der Zulassung als Bildungseinrichtung aus? Welche Form (Rechts- etc.) sollten wir wählen? Wer zertifiziert? …
  2. Welche anderen Ideen, Fragen, Beiträge möchten Sie einbringen?

 Bitte nehmen Sie Kontakt auf, ich werde ein erstes Treffen initiieren. 
 jochen.haeussermann-schuler (at) gmx.de oder
 jochen.haeussermann-schuler (at) klip.de

Mit sonnigem Gruß

Jochen Häussermann-Schuler


Praxisbeispiel für „Systemisches Führen“

Der Titel „systemisches“ Führen kann auch so gelesen werden, dass es das Gegenteil – nicht-systemisches Führen – geben könnte.

Für mich sind in dem (als Artikel getarnten Marketing-) Beitrag (in der Reihe SWR Wissen, vom 07.062010) von Immo Sennewald mit dem Titel „Tod eines Reformers. Manager und die Führungskultur der Zukunft“ die Beschreibungen konkreten Führungsverhaltens be-merk-bar. In ihnen zeigt sich, wie systemisches Denken in der Führungspraxis wirkt, wie Organisation mit den in ihr ablaufenden Kommunikationsprozessen gleich gesetzt werden kann … und ganz nebenbei: was wohl gut funktioniert hat, was auch nicht.

Als ein Zeichen, wie langsam Kulturveränderungen sich tatsächlich ereignen, können m.E. die Zeiträume gesehen werden. Uwe Renald Müller sah die Entwicklungen des postheroisches Mangements schon 1996 bzw. 1998 voraus.

Entwicklungen, welche m.E. auch heute noch völlig unterschätzt werden, wenn ich an das Thema „gesunde Führung“ denke.

Neugierig geworden? – Nachlesen oder nachhören!


‚Die Aufgabe unserer Generation‘ – zu „Kapitalismus 3.0“ – ein Vortrag von Otto Scharmer

Jeder sucht Bestätigung in bzw. für sein Handeln und Denken.  Ich persönlich hole mir das gerne in der großen Umwelt von Otto Scharmer ein.

Gerade eben bin ich auf ein einführendes Video zu der von ihm verfolgten Suchbewegung gestoßen, die er „Kapitalismus 3.0“ nennt. Scharmer nennt die Suche nach einer Antwort darauf: die Aufgabe unserer Generation.

Gut, lasse ich mich darauf ein und denke mal mit. (Bitte zunächst und zuerst das oben verlinkte Video ansehen.)

Jetzt würde ich für mich ebenfalls proklamieren, dass ich systemisch denken kann. Zu einigen wenigen Gedanken, möchte ich Sie hier und jetzt einladen.

Absolut überzeugt bin ich davon, dass dauerhafte Lösungen niemals von Einzelpersonen sondern immer nur mittels Organisationen geschaffen werden können.

Dies ist auch schnell erklärt.  – Individuen verfügen schlicht über sehr begrenzte Ressourcen an Zeit und Energie. Wollen Sie mehr erreichen, gründen Sie eine Organisation, welche sich dann der gesetzten Aufgabe arbeitsteilig annehmen kann. (Dies gilt für die Tankstelle ebenso wie für Parlamente oder Mobiltelefon-Anbieter oder den Sportverein.)

Mir fällt auf, dass ich in meinem Engagement und Denken bisher die trisektorale Gliederung unserer Gesellschaft nicht ausreichend hinterfragt habe. Müssen es denn die Einflusssphären gewinnorientierte Organisationen (POs), Non-Profit-Organisationen (NPOs) und Regierungsorganisationen (GOs) sein? (Vgl. dazu auch: Eigenlogiken von Organisationstypen)

  • Sollten ‚mehr‘, d. h. auch andere Sektoren berücksichtigt werden?

Zumindest die sogenannten Nicht-Regierungsorganisationen (Non-Governmental Organisations, NGOs) bedürfen vermehrter Aufmerksamkeit. Sind sie es doch, die andere, demokratisch gestaltete Formen der Legitimation herstellen. Aber vielleicht genügt auch das noch nicht und es bedarf der Besinnung auf die Werte, also einer Rückbindung oder ‚religio‘.

  • Ich frage mich: Stellen Glaubensgemeinschaften ebenfalls einen (archetypischen) Sonderfall an Organisation dar?
  • Wie ist dieser dann zu fassen? (Im Sinne einer sich über sich selbst rückversichernden Organisation)
  • Und im nächsten Schritt: wie lassen sich all diese Organisationstypen, welche in ihrer Aufgabenbewältigung unabhängig von anderen agieren, in einen sinnvollen, dauerhaften, verlässlichen und tragfähigen interessierenden und interessierten Austausch/ Dialog bringen?
    • Eine (1)  Antwort dafür lautet selbstverständlich: CSR – Corporate Social Responsibility (zum Verständnis: hier)
    • Aber welche Antworten gibt es noch?
    • Genügt für den NGO-Bereich die von Jakob von Uexküell getriebene Idee des Weltzukunftsrates (World Future Council)?

Ich freue mich auf gemeinsames ‚weiter denken‘ (in jedem Sinne).


Freiheit als Grundlage moderner Gesellschaften – Freiheit als Grundprinizip funktionierender Organisationen

‚Was unsere Welt im Innersten zusammen hält …‘ ist nicht die Homogenität, Gleichartigkeit oder irgendwelche Gemeinsamkeiten, sondern: Freiheit. In ihrem Beitrag für die Stuttgarter Zeitung vom 05. Oktober 2009 mit dem Titel „Die Globalisierungsverlierer brauchen Perspektiven“ beschreibt Gertrude Lübbe-Wolff, dass Integration des Inhomogenen nur durch Freiheit gelingt.

Und was haben diese Aussagen für das Feld des Politischen mit Organisationen und deren Entwicklung zu tun? Für mich liegt das auf der Hand: Natürlich sind symbolische Darstellungen von Gemeinsamkeiten (Einheitsrepräsentation) in einer Organisation (wie etwa Leitbild, Führungsgrundsätze, ein Motto oder claim) wichtig, damit Zustimmungsfähiges in Szene gesetzt ist. Die eigentliche integrative Kraft in und für eine Organisation geht aber davon aus, dass die Integration durch gleiche Freiheit erfolgt:

  • primär durch Freiwilligkeit (der Mitgliedschaft zur Organisation) statt durch Zwang,
  • primär durch Zustimmungsfähigkeit anstatt Druck,
  • primär durch Loyalität, die darüber entsteht, dass die eigenen Ziele innerhalb der Organisation realisiert werden können statt über zugewiesene Zwangsrollen.

Integrative Aufgaben gibt es an vielen Stellen, nicht nur hinsichtlich der Bindung und Motivation von Mitarbeitenden.
Die Eigentumsordnung in einer Organisation (- welche selbstverständlich eng an die Rechtsform gekoppelt ist -) kann integrativ wirken (auch für Kunden!), wenn die gesicherte Privatnützigkeit gesellschaftlichen Wohlstandsnutzen stiftet. Oder kurz und knapp: auch einer den Anteilseignern verpflichteten (Kapital-) Gesellschaft kann es gelingen, Kunden, Zulieferer, politische Sponsoren zu binden, wenn Privatkapital auch dafür eingesetzt wird, gesellschaftlichen Wohlstand zu stiften. Dann wird Corporate Social Responsibility (CSR) zum echten Anliegen und ist nicht (mehr) dem Vorwurf des ‚greenwashing‘ ausgesetzt.
Und auch auf anderer Ebene funktioniert die Integration durch Freiheit. Die (außerbetriebliche) Koalitionsfreiheit von Tarifpartnern lässt innerbetrieblichen Frieden gelingen.

Aber, das Integrationspotential einer Organisation entsteht nicht aus sich heraus und bedarf der Pflege. Das Topmanagement einer Organisation sollte sich dieser Wirkzusammenhänge bewusst sein, um Dysfunktionalitäten rechtzeitig zu erkennen und gezielt gegensteuern zu können.

Ansonsten gilt das Bild vom Aquarium und dem Mixer: Es braucht lange, ein funktionierendes ‚Ökosystem‘ zum Gedeihen zu führen, es zu zerstören, …


Wirtschaftskrise = Krise des Denkens -> Lösungen!

In 4 anschaulichen, erhellenden und vor allem Lösungen aufzeigenden Grafiken legt Otto Scharmer dar, wie die Wirtschaftskrise – die er auch und vor allem als Krise des Denkens, als intellektuelle Krise begreift – überwunden werden kann. Die lesens- und lohnenswerten Ausführungen zeigen ebenso auf, wie trisektorale Kollaborationen wirksam werden können, wie auch, an welchen Stellen bis heute noch Lücken bestehen.

Die Grafiken im Artikel „The Blind Spot of Economic Thought: Seven Acupuncture Points for Shifting to Capitalism 3.0“ finden sich auf den Seiten 3, 5, 7 und 23.


„Der Untergang findet nicht statt“ – Fritz B. Simon zur Zukunft des Kapitalismus

Kurz, knapp, kompetent, so lässt sich der Beitrag von Fritz B. Simon zur Zukunft des Kapitalismus mit dem Titel „Der Untergang findet nicht statt“ in F.A.Z. anreissen.